Die Kulturpolitische Gesellschaft informiert:
Im Gespräch: Jacques Santer
Jacques Santer, Präsident der EU-Kommission a.D., dass sich Europa zu oft „ex negativo“ definiert hat. Dabei gibt es zu Europa keine Alternativen. In der aktuellen Diskussion wird die Bedeutung einer übergreifenden europäischen kulturellen Identität sehr stark betont. In den 1950er Jahren hätte dieses kulturelle Band aus Santers Sicht nicht gereicht, um die EU auf den Weg zu bringen. Santer: „Angesichts der Folgen des Zweiten Weltkriegs hätte die Kultur das alleine nicht zustande gebracht. Damals war das kulturelle Bindeglied zu schwach, obwohl es uns natürlich schon damals vereinigt hat. Heute ist das anders. Heute wäre es angebracht, die Kultur stärker einzubeziehen, etwa über die Bildungsprogramme. Wir haben den Binnenmarkt, wir haben den Euro, aber beide brauchen einen Unterbau. Der Unterbau ist die Kultur. Heute müsste man der Kultur auch im europäischen Verfassungsvertrag einen anderen Stellenwert geben.“ Mehr hier
Umfassendes Verständnis
Nach französischem Vorbild haben sich 37 deutsche Unternehmen zum Netzwerk „Charta der Vielfalt“ zusammengeschlossen. Sie verpflichten sich, in ihren Betrieben kulturelle Vielfalt anzuerkennen und wertzuschätzen und damit ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das frei von Vorurteilen ist. Die Charta richtet sich gegen die Diskriminierung von Geschlecht, Rasse, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter und sexueller Orientierung. Der Initiative beigetreten sind u.a. der WDR als erster Sender, die Stadt Köln als erste Kommune sowie Ford, McDonald’s Deutschland Inc. und die Metro AG. Mehr hier
FIT fürs Festival
Festivals gibt es wie Sand am Meer. Doch wo liegt der kleine Unterschied, was ihre Qualität und Nachhaltigkeit betrifft – Fragen, denen die Initiative Theatre/Festivals in Transition nachgegangen ist. In den letzten zwei Jahren wurde im Rahmen von acht Festivals in acht Ländern auf Symposien, Podiums- und round-table-Gesprächen Material gesammelt und jetzt veröffentlicht. Ein Aspekt der Arbeit: die „kulturelle Bedeutung von Festivals im zusammenwachsenden Europa“. Mehr hier
Effizienter fördern
Die Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ des Deutschen Bundestags will die Rahmenbedingungen der Kulturwirtschaft analysieren und Verbesserungsvorschläge machen. Davor steht die Mühe der Ebenen und u.a. die Frage, wie Kulturwirtschaft empirisch zu fassen ist. „Kulturelle Wertschöfungsketten“ und „kulturelle Milieus“ sind mit harten Fakten allein nur ungenügend zu charakterisieren. Mehr hier
Menschen in Europa ...
Laurentien Königliche Hoheit Prinzessin der Niederlande wird zum 22. April neue Präsidentin der Europäischen Kulturstiftung, die von Amsterdam aus Kulturkooperationen unterstützt und sich für eine starke Kulturpolitik in Europa einsetzt. Ihre berufliche Karriere begann die studierte Historikerin, Politikwissenschaftlerin und Journalistin bei CNN in Atlanta. Mehr hier
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