Die Kulturpolitische Gesellschaft informiert:
Der Kulturpolitische Bundeskongress kultur.macht.europa ist vorbei. Aber: Bitte schalten Sie nicht ab! Die Kulturpolitische Gesellschaft wird Sie auch nach dem Kongress weiter über die Kulturpolitik in und für Europa informieren.
Jacques Derrida, Philosoph und Europäer, bekennt, dass Zuneigung und Kommunikation nicht (immer) zu trennen sind: „Die Liebe im allgemeinen verläuft über die Liebe zur Sprache, die weder nationalistisch noch konservativ ist, aber Beweise verlangt. Und Prüfungen. Man kann nicht alles Beliebige mit Sprache machen, sie existiert vor uns, sie überlebt uns. Und wenn man die Sprache antastet, muss man das auf raffinierte Weise machen, indem man ihr geheimes Gesetz noch in der Respektlosigkeit respektiert.“
Am Wendepunkt
Nach den Kongressen in Essen zur „Kulturellen Vielfalt“ (Unesco) und zur Kulturwirtschaft in Berlin (Friedrich Naumann Stiftung, Büro für Kulturwirtschaft und Kulturpolitik) bildete der 4. Kulturpolitische Bundeskongress kultur.macht.europa den Abschluss eines Kongress-Reigens, der im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft eine nahezu umfassende Themenpalette aus der Kulturpolitik debattierte. Der Bundeskongress war am Ende mit über 500 Teilnehmern aus 36 Staaten die bisher größte Tagung der letzten Jahre zum Thema. Mehr hier
Im Gespräch: Günter Gloser
Günter Gloser, Staatsminister für Europa, spricht der europäischen Kulturpolitik als „Querschnittsaufgabe“ eine zentrale Rolle für den europäischen Integrationsprozess zu. Deshalb dürfe sie „nicht nur die klassischen Kulturpolitiker interessieren“. Allerdings: „Kulturpolitische Maßnahmen der EU sind unter Beachtung des Subsidiaritätsprinzip daher nur dort sinnvoll, wo sie die Kulturpolitik der Mitgliedstaaten unterstützen und ergänzen.“ Mehr hier
Der Wirklichkeit ins Auge blicken
Aufregende Zeiten für die Kultur, befindet EU-Kommissar Jan Figel. Noch vor wenigen Jahren war auch nur die Erwähnung einer „Europäischen Kulturpolitik“ tabu. Doch jetzt haben sich die Zeiten geändert. Seit 2004 gibt es verstärkte Bemühungen um eine Kulturpolitik auch der EU, schon zuvor haben sich Meisterdenker wie Jürgen Habermas und Jacques Derrida in dieser Angelegenheit zu Wort gemeldet, so Figel in seiner Rede auf dem Kongress kultur.macht.europa. Mehr hier
An Europa bauen
Kulturstaatsminister Bernd Neumann wagte in seiner Auftaktrede zum Vierten Kulturpolitischen Bundeskongress einen Blick in die Zukunft: „2009 soll nach Vorstellungen der Europäischen Kommission ein europaweites Jahr der Kreativität das Potenzial der Kreativwirtschaft verstärkt im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankern und zugleich die Brücke zwischen Kulturpolitik und Bildungspolitik auf europäischer Ebene schlagen.“ Und: „Kultur als Wirtschaftszweig lässt sich jedoch nur nachhaltig und sinnvoll entwickeln, wenn öffentliche und private Initiativen gemeinsam agieren. Dabei sollte bei der Nachwuchsförderung, der Vermittlung wirtschaftlicher Kenntnisse an Kulturschaffende und dem Beitrag zur Integration angesetzt werden.“ Bei all dem müsse allerdings „die Achtung der kulturellen Eigenständigkeit der Mitgliedsstaaten“ erhalten bleiben, Mehr hier
Menschen in Europa
Monika Grütters, MdB, begrüßt die Initiative der EU Kommission, sich „Gedanken zur Rolle der Kultur“ in Zeiten der Globalisierung zu machen. Richard Rorty, der am 8. Juni starb, machte sich Gedanken, wie Jefferson und Kant die westlichen Demokratien heute beurteilt hätten. David Leigh, Redakteur beim englischen Guardian, plädiert für Öffentlichkeit und Transparenz auch in Angelegenheiten, die Politiker selbst betreffen. Annette Eberle, Historikerin und Publizistin, beschäftigt sich mit „Spielfilmen als historisches Gedächtnis“ und entdeckt die Herausbildung eines eigenen Genres. Mehr hier
Hanging around/HeimatQuartier ist ein europäisches Kunstprojekt und dem Müßiggang auf der Spur. Auf der Website kultur.macht.europa ist jeden Tag ein Foto zum Thema zu sehen. Mehr zum Projekt hier
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