Die Kulturpolitische Gesellschaft informiert:
Vormerken: 2008 ist das Europäische Jahr des Interkulturellen Dialogs - 2009 das Europäische Jahr zur Förderung der Beziehung zwischen Kreativität, Kultur und Bildung !
„In einer tragikomischen, aber dennoch ermutigenden Passage in Gustav Freytags Romanwälzer „Soll und Haben“ erzählt ein stolzer, aber unbedeutender Provinzjournalist, was er tagsüber geschrieben hat. Selbstbewusst stellt er fest, dass ihm wieder einmal ein Artikel gelungen sei, der am nächsten Tag aus den Druckerpressen flattern und den Zaren ordentlich ‚kratzen’ werde.“, berichtet der Redakteur und Journalist Carl Henrik Fredriksson und fragt sich: „Wie viele Journalisten oder auch Intellektuelle in den heutigen Provinzen Europas leben eigentlich in der Überzeugung, dass ihre Worte morgen den weit entfernten Machthabern in Brüssel oder Straßburg was zu denken geben, oder – etwas bescheidener – überhaupt irgendjemanden außerhalb des isolierten Kreises ihrer eigenen Landsleute erreichen werden? Viel zu wenige.“
Europäische Erinnerungskultur ohne Identitätspolitik
Europäische Erinnerung als solche ist unmöglich und kann allenfalls als normatives Programm vorgestellt werden – so Volkhard Knigge, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Denn fraglich ist schon, „ob es kollektive Erinnerung tatsächlich gibt. Zweitens müsste ernst genommen werden, dass aus der Tatsache einer europäischen Geschichte nicht automatisch folgt, dass diese in gleicher Weise erfahren wurde und erinnert wird. Drittens kann nicht übergangen werden, dass nicht alle Formen historischen Erinnerns Friedfertigkeit, Zivilität, humane Gesittung und demokratisch-menschenrechtliche Kultur fördern. Und – viertens – bleibt deshalb zu bedenken, in welcher Form historisches Erinnern aufklärerisch-emanzipatorischen, kritisch-selbstreflexiven Gehalt gewinnt“. Mehr Mehr hier
Im Gespräch: Kathinka Dittrich van Weringh
Nicht nur für die kulturelle Außenpolitik gilt „Keine Vielfalt ohne Kompromisse“, findet Kathinka Dittrich van Weringh, die Vorsitzende des Kuratoriums der Europäischen Kulturstiftung. Die kulturelle Außenpolitik der EU muss die von Nationen, Regionen und Städten ergänzen: „Wobei die Nationen noch stark sind, aber schwächer werden, während die Bedeutung von Regionen und Städte eher wachsen wird. Ergänzung bedeutet, gesamteuropäische Aufgaben zu übernehmen, die sonst nicht behandelt werden. Beispielsweise in Sachen Mobilität von Kreativen und Künstlern. Die Städte und Regionen sind daran nur interessiert, wenn sie daraus für sich einen Vorteil ziehen können.“ Mehr hier
Kultur statistisch gesehen
Erstmals hat Eurostat die wichtigsten Kulturstatistiken für Europa in einer einzigen Veröffentlichung zusammengestellt. Die Publikation trägt den Titel „Cultural statistics“ und enthält Übersichten zur Beschäftigung im kulturellen Bereich, zu Zahl und Größe der Unternehmen sowie zu den jeweiligen nationalen Kulturausgaben und der kulturellen Teilnahme. Auch der Außenhandel mit kulturwirtschaftlichen Produkten wird gewürdigt. Eine sinnvolle Publikation, auch wenn die Zahlen nur wenig Überraschungen beinhalten. Mehr hier
Kultur für alle
Die EU-Kulturagenda mag umstritten sein, aber fast 90 Prozent aller Europäer plädieren für mehr Kulturpolitik durch die EU. Ganz oben im Ranking: die Förderung von kulturellem Austausch und interkulturellem Dialog. Für Kulturkommissar Ján Figel sendet dieses Eurobarometer eine eindeutige Botschaft an die Politiker in den Mitgliedsstaaten: „Es sollten mehr Mittel bereitgestellt werden, um den kulturellen Austausch auf unserem Kontinent sowie Verständnis, Toleranz und Respekt zwischen unseren Völkern zu fördern. Dies ist um so wichtiger, als das Jahr 2008 zum Europäischen Jahr des interkulturellen Dialogs ausgerufen wurde.“ Mehr hier
Menschen für Europa
Thomas Speckmann beschäftigt sich mit „Rhetorik und Realität französischer Außenpolitik“ und kommt zu dem Ergebnis, dass die Unterschiede zu den USA nicht so groß sind, wie Nicolas Sarkozy und seine Vorgänger es gerne hätten. Und Karl Schlögel konstatiert, dass Europa zerfällt. Aber er tröstet sich und uns: „Der Zerfall ist die Stunde der Desillusionierung, also der Aufklärung.“ Véronique Cayla, Generaldirektorin des Centre National de la Cinématographie (CNC), und Peter Dinges, Vorstand der Filmförderungsanstalt (FFA), wollen die Digitalisierung des europäischen Kinos voran bringen. Mehr hier
Hangingaround/HeimatQuartier ist ein europäisches Kunstprojekt und dem Müßiggang auf der Spur. Auf der Website kultur.macht.europa ist jeden Tag ein Foto zum Thema zu sehen. Mehr zum Projekt hier
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