Newsletter #37

30. Juni 2008

betr. kulturpolitik für europa

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Die Kulturpolitische Gesellschaft informiert:

2008 ist das Europäische Jahr des Interkulturellen Dialogs - 2009 das Europäische Jahr zur Förderung der Beziehung zwischen Kreativität, Kultur und Bildung ! Vom 3. bis 5. September findet in Dortmund der internationale Kongress „Vielfalt verbindet/Diversity united“ statt. Er beschäftigt sich mit Erfahrungen, Konzepten und Perspektiven der „Interkulturellen Arbeit in europäischen Städten“. Mehr hier[Internal]

„Freundschaft wird heute bewusst gesucht oder unbewusst gelebt“, notiert der Soziologe Heinz Bude, „weil sie einen dritten Weg darstellt zwischen frei gewählter Liebe und natürlich gegebener Abstammung, zwischen Familie und Wohlfahrtsstaat. Freundschaft ist der Fluchtpunkt für die Einsamen, die wirklichen oder die fürchtenden, die auf die Familie nicht hoffen und dem Wohlfahrtsstaat nicht mehr trauen können. Gemeint sind die Freien und Kinderlosen, die Herkunftsvertriebenen und Ichverlorenen, die sich fragen, auf wen sie sich im Zweifelsfall verlassen können und mit wem sich, kommt man nach Hause, lange Abende verbringen lassen. Die Freundinnen und Freunde sollen eintreten, wenn keine Kinder sich um einen kümmern und wenn die Betreuerinnen, Haustechniker und Investmentberater Feierabend haben. Freundschaft ist hier als ein rettendes Drittes gedacht jenseits der durch Sex vermittelten Liebesbeziehung und jenseits des durch Geld vermittelten Dienstleistungsverhältnisses. Freunde wählt man sich wie einen Liebespartner, freilich kommen sie einem nicht so nahe, sie kümmern sich um einen wie Kinder, dafür muss man aber nicht alles schlucken. Mit dem Begriff der Freundschaft verbindet sich die Utopie einer zwanglosen, gleichwohl aber nicht flüchtigen Sozialbeziehung eigenen Charakters und spezifischer Obligationen.“

Miteinander umgehen

Zur Mitte des Europäischen Jahres des interkulturellen Dialogs fragt sich Kathinka Dittrich, wie in der Europäischen Union damit umgegangen wird. Die Ziele des Jahres erscheinen ihr abstrakt formuliert. Zu einer ersten Klärung des Themas schildert sie ihre eigenen individuellen und persönlichen Erfahrungen: „Meine Migrationskarriere begann schon vor meiner Geburt und hat sich seitdem fortgesetzt. 28 Mal bin ich in meinem bisherigen Leben umgezogen und habe in sehr verschiedenen Kulturen gelebt und gearbeitet. Ich habe das totalitäre Regime von Franco in Spanien erlebt , wie auch das Ende des totalitären Systems in der Sowjetunion. Der wilde Kapitalismus in den USA hat mich erstaunt aber auch die Liberalität der Niederlande.“ Mehr hier[Internal]

Standortfaktor multikulturelle Vielfalt

Eine internationale Studie belegt am Beispiel deutscher Städte: multikulturelle Vielfalt sorgt neben mehr Lebensqualität auch für wirtschaftlichen Erfolg am Standort. Frühere empirische Untersuchungen haben für Deutschland bereits ergeben, dass die Zuwanderung von ausländischen Arbeitskräften keine oder nur geringe negative Auswirkungen auf die inländischen Löhne und Beschäftigung oder die sozialen Sicherungssysteme haben. Die Studie beschäftigten sich nun „mit den Chancen und Potenzialen von sogenannten ‚internationalen Stadtgesellschaften’, die durch Zuwanderung geprägt sind. In diesem Zusammenhang interessiert insbesondere die Frage, wie sich ‚kulturelle Diversität’, die als Vielfalt an unterschiedlichen Kulturen und Nationen definiert ist, auf den Konsum, die Produktivität, die Innovationsfähigkeit und den Arbeitsmarkt sowie auch auf die ‚weichen Standortfaktoren’ in urbanen Zentren auswirkt.“ Mehr hier[Internal]

Auf der Suche nach dem Mythos

Kulturhauptstadt ist heute. Doch noch bevor Melina Mercouri 1983 die Idee zur „Kulturstadt Europas“ hatte, kümmerte sich schon der Europarat um die kulturellen Belange des Kontinents. Seine europa-weiten Kunstausstellungen sind eine Art Vorläuferprojekt, ebenso vielfältig wie der „Kulturstadt“-Idee. Erst seit 2004 firmieren die ausgewählten Städte unter der offiziellen Bezeichnung der „Europäische Kulturhauptstädte“. Die Mehrfachnominierungen sind übrigens ein Resultat der EU-Erweiterung. Mehr hier[Internal]

Wandel durch Kultur

Im Vorfeld von 2010, dem Jahr, in dem das Ruhrgebiet Kulturhauptstadt Europas wird und europaweit „seinen Kulturvirus“ verbreiten will, wurden die BürgerInnen Meinungsforschungsinstitut Forsa, Dortmund zum Stand der Dinge befragt. Ergebnis: Die Idee des Wandels durch Kultur hat „noch keine Strahlkraft“. Was im Moment zählt, sind andere Sorgen, so Autor Walter Drechsel. Vor allem unter den Jüngeren herrsche „Furcht vor einer ungewissen ökonomischen Zukunft sowie die Empfindung eines Verlustes des „emotionalen Kerns“, also einer Identität, die die Älteren aus eben jenem obsolet gewordenen Selbstbild des ehrlichen Malochers bezogen. Es gibt indes für Ruhr 2010 auch Hoffnung: ein Drittel der Bundesbürger weiß bereits, dass hier die nächste deutsche Kulturhauptstadt liegt. Und – so die Macher – die eigentliche Kampagne hat ja noch gar nicht angefangen. Mehr hier[Internal]

Menschen in Europa

Jan Figel, als EU-Kommissar nicht nur für Kultur, sondern auch für Bildung zuständig, sorgt sich um die Integration von Migranten-Kindern. Jean Ziegler, Sonderberichterstatter der UNO für das Recht auf Nahrung, sorgt sich um die kulturelle und soziale Vielfalt auf dem afrikanischen Kontinent und sieht in europäischen Agrarpolitik für die Krisen. Und auch wenn Lukas Podolski nicht mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft Europameister geworden ist, hat er sich doch um Europa verdient gemacht – im Gegensatz zu europäischen Medienkonzernen. Mehr hier[Internal]

Das KULTUR-Programm der EU ist nicht die einzige Möglichkeit der europäischen Kulturförderung. Da Kultur ein gesellschaftliches Querschnittsthema ist, lohnt sich ein Blick über den Tellerrand. Kulturprojekte können von anderen EU-Programmen profitieren, wenn sie deren Zielen entsprechen. Schauen Sie sich um: hier und hier

Hangingaround/HeimatQuartier ist ein von der EU gefördertes europäisches Kunstprojekt und dem Müßiggang auf der Spur. Mehr zum Projekt hier[Internal]

 

 

 

 

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