Newsletter #41

21. August 2008

betr. kulturpolitik für europa

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Die Kulturpolitische Gesellschaft informiert:

2008 ist das Europäische Jahr des Interkulturellen Dialogs - 2009 das Europäische Jahr zur Förderung der Beziehung zwischen Kreativität, Kultur und Bildung ! Vom 3. bis 5. September findet in Dortmund der internationale Kongress „Vielfalt verbindet/Diversity united“ statt. Er beschäftigt sich mit Erfahrungen, Konzepten und Perspektiven der „Interkulturellen Arbeit in europäischen Städten“. Mehr hier[Internal]

„Das dreigliedrige deutsche Schulsystem ist auch ethnisch gegliedert“, kritisiert der deutsch-türkische Schriftsteller Feridun Zaimoglu. „Mein Gott, um ein Haar wäre auch ich in der Sonderschule gelandet. Der Türke an und für sich kommt als PISA-Versager und als Pausenhofrüpel vor. Das gibt es. Es gibt auch ein Männerproblem, ein Jungsproblem. Dieser Dreck von Männerehre. Wenn irgend so ein Hosenscheißer daherkommt und seine Schwester abknallt, was macht man dann mit dem? Eine eindeutige Antwort gibt es nicht. Von Fall zu Fall ist es verschieden. Man muss hingucken, man muss mit den Leuten reden. Man muss auch sagen: Was ist das? Das ist ein Verbrechen. ‚Eure Ehre, Freunde, könnt Ihr Euch echt zwischen Eure Migrantenarschbacken rammen. Eure beschissene Männerehre!’ Aber es wundert mich auch nicht – Leitkultur, Karikaturen-Streit, dann Necla Kelek, Seyran Ates, und der männliche muslimische Migrantenjugendliche ist zum Abschuss freigegeben. Haben die gedacht, die Klassengesellschaft hat aufgehört, oder was? Das ethnische Moment ist eine Begierde der herrschenden Klasse. So einfach ist das. Wer mit neoliberalem Dreck kommt, wer aufhört politisch zu denken und anfängt ethnisch hinzugucken, tut es den herrschenden Klassen – und dazu gehören auch die Medienmacher und die Medien – gleich.“

Die ewige Frage der Integration

An der Frage, was eine gelungene Integration ausmacht, scheiden sich seit Jahren die Geister, meint Svetlana Acevic. Geht es hier um die Chancengleichheit, gleichberechtigte Teilhabe, um die Beherrschung der deutschen Sprache, um den Besitz eines Schulabschlusses, Ausübung eines Berufes? Abgesehen davon, dass vieles, was man als „unsere“ Werte bezeichnet, von Einflüssen geprägt wurde, die außerhalb dieses Landes und Europas ihren Ursprung haben, was heißt es eigentlich Ja zu einem Land zu sagen und hängt davon wirklich die Zukunft dieser Gesellschaft ab? Mehr hier[Internal]

Service: Hauptsache Deutsch

Deutsche Städte sehen sich in der Regel weniger als Behörden denn als Dienstleister, die ihren Bürgern und Kunden kompetent, schnell und effizient Hilfe für viele Lebenslagen anbieten und dabei große Teile der öffentlichen Daseinsfürsorge abdecken. Bei diesen Aufgaben hat die Bedeutung des Internets in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Berlin bietet hier seinen Zuwanderern den besten Service – Hamburg liegt mit seinem Angebot unter zehn deutschen Großstädten am letzter Stelle. Mehrsprachigkeit im Netz ist keine kommunale Stärke. „Bei keiner einzigen Großstadt ist eine 1:1 Umsetzung der deutschen Seite in die angebotenen Fremdsprachen zu finden.“, schreiben Tina Hentschel, Florian Schröder und Guido Wiggerink in einer Studie über die „Weltoffenheit kommunaler Internetpräsenzen“. Im fremdsprachigen Teil dominieren touristische Inhalte und Hinweise zum jeweiligen Wirtschaftsstandort. Mehr hier[Internal]

Wo Kulturen aufeinander treffen

Heute ist der Dialog zwischen Kulturen wichtiger als der Dialog zwischen Nationen. Und Festivals spielen dabei eine zentrale Rolle, meint Kathrin Deventer, Generalsekretärin der EFA - European Festival Association: „Sie erreichen die Öffentlichkeit, kommunizieren Visionen und Ideen und können auch für eine gewisse Nachdenklichkeit sorgen.“ Dabei sind freilich gewisse Qualitätskriterien zu beachten. Mehr hier[Internal]

Kulturagenda und Subsidiarität

Kulturpolitische Maßnahmen der EU dürfen die Kulturpolitik der Mitgliedstaaten nur unterstützen, ergänzen und zur Entfaltung der Kulturen beitragen, so die deutsche Bundesregierung. In ihrer Antwort auf eine „Kleine Anfrage“ der grünen Bundestagsfraktion fasst sie ihre Positionen zur europäischen Kulturpolitik zusammen. Mehr hier[Internal]

Menschen in Europa

Bernard Stiegler, Philosoph und Directeur du département du développement culturel au Centre Georges-Pompidou, Paris eröffnet die Debatten der 16. Generalversammlung von Culture Action Europe, die von 23. – 25. Oktober 2008 in Marseille stattfinden wird. Wolfgang Schäuble ist als Bundesinnenminister Ansprechpartner für die europäischen Integrationsbemühungen. Paul Sims, Ute Andrea Balbier u.a. gehören zu den Autoren des EuroZine-Dossiers „Sport, Politik und Protest“, das sich mit Olympia 2008 befasst. Und Jirí Dienstbier, Lionel Jospin, Adam Michnik, Oskar Negt u.a. diskutierten zu „1968“ in Ost und West. Mehr hier[Internal]

Das KULTUR-Programm der EU ist nicht die einzige Möglichkeit der europäischen Kulturförderung. Da Kultur ein gesellschaftliches Querschnittsthema ist, lohnt sich ein Blick über den Tellerrand. Kulturprojekte können von anderen EU-Programmen profitieren, wenn sie deren Zielen entsprechen. Schauen Sie sich um: hier und hier

Hangingaround/HeimatQuartier ist ein von der EU gefördertes europäisches Kunstprojekt und dem Müßiggang auf der Spur. Mehr zum Projekt hier[Internal]

 

 

 

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