Newsletter #46

30. Oktober 2008

betr. kulturpolitik für europa

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Die Kulturpolitische Gesellschaft informiert:

Achtung ! Dem Europäische Jahr des Interkulturellen Dialogs 2008 folgt bald das Europäische Jahr zur Förderung der Beziehung zwischen Kreativität, Kultur und Bildung 2009 ! 2010 ist übrigens das Europäische Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung.

„Touristen betrügen sich, wenn sie glauben, ein rasches Hingucken und Hinhören würde ihnen die Substanz eines Ortes offenbaren. Die Arroganz und Denkfaulheit solcher Menschen ist erstaunlich“, wundert sich der Schriftsteller Martin Kämpchen. „Die leicht zugänglichen Hilfsmittel und der moderate finanzielle Aufwand suggerieren ihnen, der Ort, den sie aufsuchen, sei ebenso leicht zu verstehen wie sie hingekommen sind. Hinkommen und Dasein seien ein Vorgang, sie gehörten zur selben Ebene des Bemühens und Verstehens. Gewiss, wenn man nach Athen fliegt, um eine Schiffsreise in der Ägäis zu unternehmen, sind Flug und Auf-dem-Schiff-Sein auf demselben Niveau: Man erholt sich, genießt das gute Essen, das blaue Meer und den ebenso blauen Himmel. Es sei jedem gegönnt! Aber wer zum Beispiel nach Rom fliegt, um die Stadt kennen zu lernen, braucht die eine Währung, mit der sich das Reisen erst lohnt: er braucht Zeit.“

Im Gespräch: Christoph Kuckelkorn

Der November ist überall in Europa dem Gedenken an die Verstorbenen gewidmet. Neben Allerheiligen und Allerseelen fällt vor allem der Elfte im Elften ins Auge. Während er im deutschen Rheinland als Auftakt der Karnevalssession gefeiert wird, wird in England derweil der Remenbrance Day begannen und damit der Toten des Ersten Weltkriegs gedacht – ebenso in anderen Teilen des früheren Commonwealth. Auch in Belgien und Frankreich steht ein stiller Gedenktag im Kalender. Unterschieden sich früher die nationalen Friedhofsrituale deutlich voneinander, ist doch europaweit eine gewisse Annäherung zu beobachten, meint der deutsche Bestatter Christoph Kuckelkorn: „Wir erleben in Europa eine spannende Zeit. Noch mein Vater hat sehr viele Überführungen ins Ausland gemacht. Inzwischen fragt sich die Generation, die hier ihr Zuhause gefunden und keine Wurzeln im Ursprungsland ihrer Eltern mehr hat, ob es noch sinnvoll ist, den Vater oder die Mutter in deren Heimatland zu überführen. Die meisten sehen davon ab. Das ist ein Bruch, der quer durch alle Nationalitäten geht, von Italienern bis hin zu Irakern und Iranern.“ Mehr hier[Internal]

Jede Menge bewegter Bilder

Wer suchet, soll finden: 20 europäische Institute, Filmarchive und –museen haben sich vernetzt und informieren online über rund 23.000 Filmtitel inklusive einer Ausleihadresse – darunter das British Film Institute, die Deutsche Kinemathek, die Defa-Stiftung,IWF Wissen und Medien“, die Cinemathèque Belgique und die Fondazione Cineteca Italiana. Organisation und Federführung von filmarchives-online liegen beim Deutschen Filminstitut (DIF), Frankfurt. Ziel der Datenbank ist eine bessere audiovisuelle Vernetzung in Europa und eine höhere Transparenz und Leistungsfähigkeit beim Auffinden und Ausleihen von im wesentlichen nicht-fiktionalen „Dokumentar- und Unterrichtsfilmen, Wochenschauen, Amateuraufnahmen, Werbe-, Industrie-, Reise- und Sportfilmen sowie Animationsfilmen“. Mehr hier[Internal]

Filmförderung auf dem Prüfstand

Bis zum 30. November 2008 läuft die aktuelle Frist für Stellungnahmen zum Thema Filmförderung in der EU. Bislang werden Filmproduktionen vom Beihilfeverbot des EG-Vertrags ausgenommen, wenn es sich um kulturbezogene Produktionen handelt und die Fördersumme einen bestimmten Anteil der Kosten nicht überschreitet. EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes: „Die von uns angestrebte Verlängerung der geltenden Beihilfevorschriften um drei Jahre wird von den Mitgliedstaaten und der Filmbranche sicher begrüßt, weil es ihnen mehr Rechtssicherheit gibt.“  Der Etat der nationalen Filmförderungen umfasst rund 1,6 Mrd. Euro jährlich, auf europäischer Ebene kommen im Rahmen des MEDIA-Programms noch einmal rund 755 Mio. Euro hinzu. Mehr hier[Internal]

International kommt besser

Nach einer Studie der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle (EAI) schneiden europäische Koproduktionen im Vergleich mit nationalen Filmproduktionen in den Kinos der EU deutlich besser ab, was Zuschauerzahlen und Umsätze betrifft. Sie kommen durchschnittlich in doppelt so vielen Ländern auf die Leinwand wie nationale Produktionen. Von diesen schafft es nur ein Drittel auf mindestens einen ausländischen Markt, aber drei Viertel aller Koproduktionen sind dort zu sehen. Entsprechend erreichen sie durchschnittlich 2,7-mal so viele Kinobesucher – also fast das Dreifache. Mehr hier[Internal]

Menschen in Europa

Luc und Jean-Pierre Dardenne, belgische Filmemacher, haben mit „Lornas Schweigen“ (Le Silence de Lorna) den diesjährigen „Prix Lux“ des Europäischen Parlaments gewonnen. Dr. Sophia Labadi, Fachfrau für Kulturelles Erbe und kulturelle Vielfalt aus Frankreich, wurde mit dem Cultural Policy Research Award 2008 ausgezeichnet. Und Herve-Armand Bechy liegt die Kunst im öffentlichen Raum am Herzen. Mehr hier[Internal]

Das KULTUR-Programm der EU ist nicht die einzige Möglichkeit der europäischen Kulturförderung. Da Kultur ein gesellschaftliches Querschnittsthema ist, lohnt sich ein Blick über den Tellerrand. Kulturprojekte können von anderen EU-Programmen profitieren, wenn sie deren Zielen entsprechen. Schauen Sie sich um: hier und hier

Hangingaround/HeimatQuartier ist ein europäisches Kunstprojekt und dem Müßiggang auf der Spur. Auf der Website kultur.macht.europa ist jeden Tag ein Foto zum Thema zu sehen. Mehr zum Projekt hier[Internal]

 

 

 

 

 

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