International kommt besser
Nach einer Studie der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle (EAI) schneiden europäische Koproduktionen im Vergleich mit nationalen Filmproduktionen deutlich besser ab, was Zuschauerzahlen und Umsätze betrifft. Koproduktionen kämen durchschnittlich auch in doppelt so vielen Ländern in die Kinos wie nationale Produktionen. Davon schafft es nur ein Drittel auf mindestens einen ausländischen Markt, bei Koproduktionen sind es drei Viertel. Entsprechend erreichen sie durchschnittlich 2,7-mal so viele Kinobesucher – also fast das Dreifache. Dabei erzielen sie 41% ihrer Gesamtbesucherzahlen im Ausland, also nicht in einem koproduzierenden Ländern. Bei nur nationalen Filmen sind es lediglich 15%. Ausschlaggebend für den Erfolg sind die größeren Budgets und höheren Produktionswerte, der bessere Zugang zu internationalen Fernsehsendern und Vertriebskanälen. Zugleich scheint die internationale Besetzung die Attraktivität solcher Titel zu unterstreichen. Als Beispiele nennt die EAI u.a. „Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders“, „Der Untergang“, „Der Pianist“ und „Elisabeth – Das goldene Königreich“. An jedem dieser Filme waren Produktionsteams aus mehreren EU-Staaten beteiligt. Der Analyse lagen Daten zu 5.414 Filmen mit insgesamt 1,4 Mrd. verkauften Kinokarten zugrunde. Ausgewertet wurden die kumulierten Besucherzahlen für alle Spielfilme, die seit 1999 in einem der 20 europäischen Untersuchungsländer produziert und zwischen 2001 und 2007 in einem dieser Länder in die Kinos gebracht wurden. Zu den untersuchten 20 Märkten gehören Belgien, die Schweiz, die Tschechische Republik, Deutschland, Dänemark, Spanien, Finnland, Frankreich, Ungarn, das Vereinigte Königreich & Irland, Island, Italien, die Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden und die Türkei.
Die Studie „The Circulation od European co-productions and entirely notional films in Europe – 2001 to 2007” finden Sie hier
Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle (EAI) wurde 1992 in Straßburg eingerichtet und soll Informationen über den europäischen audiovisuellen Sektor sammeln, aufbereiten und veröffentlichen. Mehr hier
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