Kultur macht Europa - 4. Kulturpolitischer Bundeskongress
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29.10.2008

Jede Menge bewegter Bilder

Zwanzig europäische Institute, Filmarchive und –museen  – darunter das British Film Institute, die Deutsche Kinemathek, die Defa-Stiftung,IWF Wissen und Medien“, die Cinemathèque Belgique und die Fondazione Cineteca Italiana – haben sich zu einem europäischen Netzwerk zusammengeschlossen und präsentieren derzeit Informationen zu rund 23.000 Filmen online. Die Angaben zu den bewegten Bildern sind in acht Sprachen recherchierbar (deutsch, englisch, französisch, italienisch, litauisch, tschechisch, norwegisch, griechisch). Organisation und Federführung von filmarchives-online liegen beim Deutschen Filminstitut (DIF), Frankfurt. Eben Mitglied geworden sind u.a. das Niederländische Museum für Kinematografie, das Scottish Screen Archive und das Norsk filminstitutt. Insgesamt beteiligen sich 15 der insgesamt 38 Mitglieder der Association des Cinemathèques Européennes (ACE) an dem Projekt. Die ACE hatte das Projekt 2006 initiiert. Noch nicht beteiligt sind bisher Archive aus Frankreich, Spanien und Portugal. Ziel der Datenbank ist eine bessere audiovisuelle Vernetzung in Europa und eine höhere Transparenz und Leistungsfähigkeit beim Auffinden und Ausleihen von im wesentlichen nicht-fiktionalen „Dokumentar- und Unterrichtsfilmen, Wochenschauen, Amateuraufnahmen, Werbe-, Industrie-, Reise- und Sportfilmen sowie Animationsfilmen.“ Angezeigt werden die Filme „nach Inhalt, filmografischen Angaben und physischen Eigenschaften“. Zudem wird über die Verwahrungsorte der jeweiligen Kopie und entsprechende Kontaktmöglichkeiten informiert. Neben den Profis sind auch Filmamateure und Privatarchive zur Mitarbeit aufgerufen.

Filmgate

Die Datenbank filmarchives-online ist ein Ergebnis von MIDAS (Moving Image Database for Access and Re-use of European Film Collections), das „eine effiziente, europaweite Nutzung und Verbreitung archivarischen Filmmaterials für kulturelle und kommerzielle Zwecke“ gewährleisten will. Vor allem soll die „komplexe, zeitaufwändige und kostenintensive Suche nach dem Material und seinen Rechteinhaber/innen“ erleichtert und sprachliche Barrieren durch das mehrsprachiges Interface überwunden werden. Zu einigen wenigen Filmtiteln werden mittlerweile auch streaming videos angeboten. MIDAS ist endet im Januar 2009.

Mit "EFG - The European Film Gateway" ist im September 2008 ein weiteres Projekt gestartet, das sich der Archivierung von Dokumenten rund um den Film widmet. Am Ende der dreijährigen Projektdauer in 2011 sollen über 700.000 Fotos, Plakate, Text- und Tondokumente und Filme bzw. - Filmausschnitte aus der europäischen Mediengeschichte zur Verfügung stehen. EFG hat 20 Partner, davon steuern 14 Filmarchive Inhalte bei, die anderen 6 Partner - darunter auch ACE - liefern organisatorischen sowie technischen Support.

Digitalisierung

Die Digitalisierung und öffentliche Bereitstellung von (bewegten) Bildern wirft auch Fragen der Urheber- und Nutzungsrechte auf. Für ein funktionierendes europäisches Filmportal bestehen hier eine Reihe von Problemen, da die Rechtefrage oft kompliziert und schwer durchschaubar ist. Der Eigentümer einer Filmkopie ist häufig nicht Inhaber der Urheberrechte. Claudia Dillmann, Direktorin des Deutschen Filminstituts und Präsidentin des europäischen Kinemathekenverbunds ACE: „Mechanismen zu ihrer häufig schwierigen Klärung zu entwickeln, wie im Fall der sogenannten verwaisten Werke, gehört zu den Pionierleistungen des EFG-Projekts.“ Initiiert wurde EFG vom ACE. Der Verband ist zugleich eines der Gründungsmitglieder der Europäischen Digitalen Bibliothek „Europeana“, der Plattform für das kulturelle Erbe Europas. Im November 2008 werden 2 Millionen digitale Objekte aus Europas Bibliotheken, Museen, Archiven und audiovisuellen Sammlungen im Netz zugänglich sein.

Mehr zu dem Netzwerk der europäischen Filmarchive finden Sie hier

Informationen zu EFG - The European Film Gateway finden Sie hier

Informationen zu „Europeana“, der Digitalisierung im Bereich Bibliotheken, Museen und Archive hier 

Das Deutsche Film Institut (DFI) zeichnet auch verantwortlich für eine Datenbank zu vor allem fiktionalen Filmen. Mehr hier . Die Homepage des DFI finden Sie hier

Die Homepage des British Film-Institutes finden Sie hier

Informationen zur Association des Cinemathèques Européennes (ACE) hier

 

 


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